2016 hat Dr. David Spiegel an der Stanford University eine Studie im Journal Cerebral Cortex veröffentlicht. Dafür hat er 36 hochhypnotisierbaren Personen während der Hypnose in einem MRT untersucht. Er fand spezifische neuronale Veränderungen im Gehirn während Hypnose. Es zeigten sich drei Hauptveränderungen:
- Verringerte Aktivität im dorsalen anterioren cingulären Cortex (ACC). Dieser Bereich gehört zum Präfrontalcortex. Er kontrolliert und reguliert Informationen aus anderen Netzwerken. Er entscheidet mit, wann erhöhte Denkleistung erforderlich ist. Ist er ruhiger, können tieferliegende Strukturen aktiviert werden.
- Erhöhte Konnektivität zwischen präfrontalem Cortex und Inselrinde (Gehirn-Körper-Verbindung). Die Inselrinde ist die „Schaltzentrale“ für Körperwahrnehmungen, Gefühle und soziale Funktionen. Sie verarbeitet Schmerz, Geschmack, viszerale Signale (Eingeweide) und Emotionen und ist entscheidend für Empathie, Suchtverhalten und das allgemeine Körperbewusstsein.
- Reduzierte Konnektivität zwischen präfrontalem Cortex und Default-Mode-Netzwerk. Der Default-Mode ist der Zustand, in dem unsere Gedanken ziellos „produzieren“, ohne wirklich beschäftigt zu sein, das „Radio im Kopf“. Ist hier weniger Verbindung zum präfrontalen Cortex, können wir besser zur Ruhe kommen.
Welche Schlüsse hat er aus diesen Messungen gezogen? Er hat bewiesen, dass Hypnose im Gehirn besonders auf Regionen wirkt, in denen Schmerz-, Sucht- und Angstimpulse verarbeitet werden. Deshalb ist Hypnose hier besonders wirksam. Aber er hat auch festgestellt: Je weniger gut eine Person hypnotisierbar ist, desto weniger kann Hypnose bewirken. Das bedeutet nicht, dass weniger gut hypnotisierbare Patienten nicht von der Behandlung profitieren. Trotzdem gibt es Menschen, bei denen Hypnose einfach besser funktioniert.
Quellen:
https://academic.oup.com/cercor/article/27/8/4083/3056452?searchresult=1&login=false

